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Kreativität im Rampenlicht #5: keyholestyle

02.08.2019 12:00

In der Community von Rainbow Six gibt es viele unglaublich kreative Mitglieder, die uns immer wieder mit wunderschönen, lustigen und kreativen Beiträgen überraschen. In dieser Reihe möchten wir einige von ihnen ins Rampenlicht stellen.

Heute setzen wir die Reihe mit dem unglaublich talentierten keyholestyle fort.



Hallo keyholestyle! Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, uns ein paar Fragen zu beantworten!

Stell dich doch bitte vor und erzähl uns, was du außerhalb von Rainbow Six Siege so machst.

keyholestyle: Ich heiße Gracjan, aber wer sich für meine Kunst interessiert, kennt mich unter dem Namen keyholestyle. In Polen kennen manche mich wohl ebenfalls als keyholestyle, da ich dort seit ein bis zwei Jahren meinen jüngeren Bruder auf seinem YouTube-Kanal JAYSIEBIBI mit Tutorials unterstütze, die viele der Spielmechaniken von Rainbow Six Siege abdecken. Neben meinen Werken für Rainbow besteht mein Hauptziel darin, Künstler in der Spieleindustrie zu werden. Ich liebe Videospiele, aus ihnen ziehe ich die meiste Inspiration. Musik ist mir ebenfalls sehr wichtig. In letzter Zeit begeistere ich mich auch für die Formel 1. Seit der Saison 2019 verfolge ich sie mit viel Vergnügen. VORWÄRTS, RED-BULL-TEAM!

 

Was brachte dich dazu, Kunst rund um Rainbow Six Siege zu erschaffen?

keyholestyle: Eines Tages saß ich in meinem Zimmer vor dem PC und bemerkte, dass mir coole Bildschirmhintergründe zu Siege fehlten. Besonders einen zu Castle wünschte ich mir, denn er ist einer meiner Haupt-Operator. Also beschloss ich, selbst einen zu kreieren. Während der Arbeit daran kam mir die Idee zu einem Bildschirmhintergrund für Bandit, da er ebenfalls zu meinen Favoriten gehört. Dem widmete ich mich dann am folgenden Tag. Plötzlich kamen mir alle möglichen Ideen, die auf Reddit gut aufgenommen wurden. Das motivierte mich dazu, immer mehr und mehr Bilder zu erschaffen. Schließlich schaffte es meine Fankunst sogar in die Top-Trends des „Rainbow Six“-Subreddit. Das stachelte mich so sehr an, dass ich versuchte, alle 24 Stunden ein neues Bild zu Siege zu erstellen. Dabei versuchte ich stets, bei jedem neuen Werk neue Techniken und Tools anzuwenden und sie zu erlernen. Ich brachte mir selbst bei, auf die Qualität meiner Werke und die Techniken, die ich heute noch einsetze, zu vertrauen. Ich liebe Siege. Jedes Mal, wenn ich keine Idee habe oder etwas Neues lernen möchte, greife ich deshalb auf Siege zurück. Das bereitet mir stets Freude.



Manche deiner Bilder sind wirklich einzigartig. Woher schöpfst du für gewöhnlich deine Ideen, wenn du ein neues Kunstwerk erschaffen willst?

keyholestyle: Normalerweise denke ich erst einmal über einen bestimmten Operator nach. Nicht nur über seine oder ihre Kleidung, sondern über die Hintergrundgeschichte und den Charakter an sich. Mein Gridlock-Bild ist dafür ein gutes Beispiel. Da sie Mechanikerin ist, kam mir der Gedanke, ihr Gesicht als Ölfleck darzustellen. Anschließend entstand der Werkstattboden als Hintergrund, mit einigen Werkzeugen und Spinnenweben in einer Ecke. Natürlich hätte ich auch ein normales Porträt erschaffen können, aber das wäre nicht so spaßig und weniger kreativ gewesen. In letzter Zeit male ich die Operator gerne in Form scheinbar zufälliger Objekte auf dem Boden oder als Graffiti. Die größte Inspiration bilden dabei für mich die Effekte ihrer Spezialfähigkeiten. Erzeugt die Fähigkeit des Operators Funken, Schallwellen, Störungen auf dem Bildschirm, Rauchspuren oder etwas anderes Cooles, kann es gut sein, dass ich darauf zurückgreife.

 

Hast du einen Favoriten unter deinen eigenen Kunstwerken, der besonders hervorsticht?

keyholestyle: Das wäre dann wohl mein Bild zu Vigil. Für die Pixeloptik musste ich einen speziellen Pinsel erstellen. Die meisten Künstler verwenden die gleichen Pinselsets. Für dieses Porträt wollte ich jedoch einen Pinsel anfertigen, mit dem sich Pixel für Pixel malen ließ. Doch als er fertig war, erzeugte der Pinsel nur eine gewöhnliche schwarze Linie von geringer Qualität. Also kombinierte ich daraufhin vier kleine quadratische Pinsel mit unterschiedlichen Grautönen – jeweils zwei oben und unten – zu einem neuen Pinsel. Diese vier verschiedenen Quadrate ergaben ein größeres Quadrat, das aussah wie ein Pixel. Ich hätte auch ganz normale, runde Pinsel verwenden und dann später den Pixeleffekt aus den Voreinstellungen darüberlegen können, doch das hätte mir nicht so viel Spaß gemacht.



Welche Erfahrung mit der Community von Rainbow Six Siege war in Bezug auf deine Kunst für dich unvergesslich?

keyholestyle: Ich habe polnische Operator kreiert, lange bevor feststand, dass es in Siege tatsächlich Operator aus Polen geben würde. Die beiden Operator aus meiner Hand hießen Kafel und Plama. Ich wollte mich auf die Probe stellen, wissen, ob mir die Arbeit an solchen Dingen wirklich gefällt. Außerdem lernt man bei so einer Aufgabe in kurzer Zeit viele verschiedene neue Techniken. Ich erstellte für die neuen Operator auch Symbole, Logos, Skins, diverse Kartenkonzepte und ihre Designs sowie ihre Spezialfähigkeiten. Dafür musste ich verschiedene Programme und Tools nutzen und mehr über die Geschichte meines Landes in Erfahrung bringen, besonders über seine Spezialeinsatzkräfte. Es war eine ziemlich coole Erfahrung, mit dem Gelesenen und Gelernten neue Dinge zu planen und zu erschaffen. Als die polnischen Operator dann enthüllt wurden, fühlte es sich unglaublich an, dass einige meiner kreativen Ideen, die auf meinen Recherchen basierten, es tatsächlich ins Spiel geschafft hatten. Mir gefallen diese Projekte auch, weil sie verdeutlichen, wie sehr sich das Spiel über die Jahre hinweg verändert hat. Eine meiner Konzeptkarten hatte zum Beispiel überall riesige Fenster. Die hatte ich eingebaut, weil damals das Beobachten von Spawn-Punkten und Spawn-Eliminierungen noch nicht so in Mode waren. Dann sah ich, dass manche Leute auf YouTube über 10 Minuten lange Videos zu meinen Projekten erstellten, in denen sie darüber sprachen. Manche dachten sogar, meine Projekte seien echt und keine Fankunst. Das war ein wirklich cooles Gefühl, denn offensichtlich stießen meine Werke auf Gegenliebe!

 

Wie würdest du deinen künstlerischen Schaffensprozess vom Entwurf bis zur fertigen Fankunst beschreiben?

keyholestyle: Für gewöhnlich visualisiere ich das komplette Bild mit allen Farben und Effekten zuerst in meinem Kopf, bevor ich mit der Arbeit beginne. So weiß ich, nach was für Referenzbildern ich suchen muss. Manchmal zeichne ich ein paar Entwürfe, um mit einer Idee zu experimentieren, in der Hoffnung, dass daraus neue Ideen hervorgehen. Anschließend versuche ich, die Idee umzusetzen, die mir am besten gefällt. Um Referenzen zu sammeln, mache ich Screenshots von den Uniformen, Kopfbedeckungen, Texturen und Waffen der Operator. Für mein Mozzie-Bild, das von Akira inspiriert wurde, nutzte ich die für Cosplayer bereitgestellten Dateien und Bilder. So standen mir viele detaillierte Referenzen zu Mozzies Uniform und seinem Helm zur Verfügung, die ich schließlich verwendete. Sobald mir klar ist, wie ein fertiges Bild aussehen wird, weiß ich auch, was für Tools ich dafür verwenden sollte. Gibt es auf meinem Bild zum Beispiel ein Gebäude, erstelle ich einige 3D-Modellentwürfe, um mit der Perspektive arbeiten zu können. Wenn mein Bild Bäume und Berge aufweisen soll, verwende ich ein dazu passendes Pinselset, mit dem sich diese Dinge schneller malen lassen, ohne dabei Details einzubüßen. Mein Schaffensprozess ist also variabel. Um die beste Methode für bestimmte Dinge herauszufinden, experimentiere ich normalerweise bei jedem Bild mit alten und neuen Techniken. Ist mein neues Werk dann vollendet, lasse ich es einige Stunden oder einen Tag lang liegen, um später mit frischem Blick zu prüfen, ob es noch Änderungen oder Korrekturen benötigt. Dann verbringe ich noch einige weitere Stunden damit, diese neu erkannten Mängel zu beheben. Ich versuche dabei stets, eine Regel des großen Künstlers Marek Okon im Hinterkopf zu behalten. Sie lautet, dass die erste Version eines eigenen Kunstwerks wahrscheinlich etwas ist, das man selbst vorher irgendwo gesehen hat. Darum sollte man sich nie mit der ersten Version zufriedengeben, denn sie ist vermutlich eine Kopie von etwas anderem.



Wer ist dein Lieblingsoperator und welchen Operator zeichnest du am liebsten (falls es zwei verschiedene sind)?

keyholestyle: Mein Lieblingsoperator ist Thermite, gar keine Frage! Ich spiele Siege seit der geschlossenen Beta. Damals spielte ich viele Matches mit Rang. Als ich den Platinrang erreichte, bemerkte ich, wie schwer die Partien wurden. Dann wurde mir klar, dass ich viele Runden als Angreifer verlor, weil schwere Durchbruchsoldaten fehlten. Darum entschied ich mich, von nun an Thermite zu spielen, da er auch Claymores im Arsenal hat. Seitdem ist er mein Angreifer mit dem höchsten E/T-Verhältnis. Meine Gewinnquote mit ihm kann sich ebenfalls sehen lassen. Seit er einer meiner Hauptcharaktere ist, schaffe ich es seit Grim Sky in jeder Saison bis auf den Platinrang. Thermite ist auch einer der einzigen Operator, die ich mit einem Schalldämpfer für die Primärwaffe spielen und trotzdem viele Feuergefechte gewinnen kann. Thermite liegt mir wirklich am Herzen, ich würde ihn jedem Spieler empfehlen, der solo spielt. Er kann sich nicht nur selbst helfen, sondern bringt auch das Team voran und verhilft ihm zum Sieg. Zu Thermite fallen mir auch die meisten Ideen für Bilder mit verschiedenen Szenarien ein.

 

Wer sind deine künstlerischen Vorbilder, wer hat dich inspiriert?

keyholestyle: Ohne Patrick Brown hätte ich das digitale Malen nie angefangen! Sein Werk inspiriert mich tagtäglich, er war für mehrere Jahre mein Vorbild. Dank ihm wurde aus dem Zeichnen und der digitalen Malerei meine Leidenschaft. Ich habe ihm viel zu verdanken. Später entdeckte ich die Werke von Dan Luvisi und Dave Rapoza. Danny hat mich für einige weitere Jahre inspiriert, auch er war mir ein Vorbild. Während dieser Zeit änderte ich meinen Stil von comicartig hin zu realistischeren Bildern. Zuvor dachte ich, es sei unmöglich, meinen künstlerischen Stil einer so umfassenden Wandlung zu unterziehen. In letzter Zeit setze ich mich auch mit dem Werk von Dennis Chan auseinander. Durch ihn entdeckte ich die Freude an Konzeptzeichnungen von Innenräumen. Früher hielt ich das für eher langweilig. Anthony Macbain hat ebenfalls großen Einfluss auf mich ausgeübt. Und dann gibt es noch Künstler wie John Sweeney, Eytan Zana oder Grzegorz Rutkowski, Jaimie Jones, Marek Okon, Arman Akopian, Konstantin Maystrenko, Houston Sharp, Sam Spratt und viele andere. Das war wahrscheinlich die schwierigste Frage, denn es fällt mir schwer, nur einige wenige Künstler auszuwählen, die mich über die Jahre inspirierten.

 

Vielen Dank, dass du unsere Fragen beantwortet hast, keyholestyle! Schaut euch die unten stehenden Links an, um noch mehr von seinen Kunstwerken und Projekten zu sehen, und folgt ihm:

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